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Rheingold in Düsseldorf.
Wer glaubt, dass es sich um eine Opernaufführung handelt, über die die Zeitungen da schreiben, täuscht sich.

Es geht dabei wieder um eine neue Initiative, ein regionales Tauschmittel herauszugeben, die Jost Reinert (43) und sein Verein Regiogeld Düsseldorf e.V. organisieren. Man muss sagen organisieren, denn wirklich herausgeben tun diese Gutscheine die einzelnen Kaufleute selber, um die lokale Wirtschaft zu fördern und ihre eigenen Umsätze zu steigern.


Der Verein handelt eigentlich nur in ihrem Auftrag und lässt die Scheine drucken, auf deren Rückseite die Kaufkraftgarantie steht. Weiters ist dort Platz für einen Stempel oder sogar eine Abbildung des Geschäftslokales des Herausgebers. Auf der Vorderseite ist ein Streifen mit Daten, in die das jeweilige Ablaufdatum so eines Scheines gelocht wird. Ein abgelaufener Schein verliert seine Gültigkeit und muss gegen eine Gebrauchsgebühr von 5% gegen einen noch gültigen umgetauscht werden.Diese Umtäusche machen die Händler, die die gesammelten Scheine selbst bei der Vereinszentrale umtauschen. Wird ein Schein vorzeitig wieder gegen Euro umgetauscht, dann machen das auch alle teilnehmenden Händler und das kostet auch 5%. Die wird der Händler aber meistens selber einstecken und den Schein einfach weiterverwenden.


Die Gebrauchsgebühr hat den Zweck, die Gutscheine in stetigem regionalen Umlauf zu halten und ermöglicht es auch, die Kaufkraftgarantie zu finanzieren. Die Händler brauchen das nicht aus der eigenen Tasche zu tun. Da sie das größte Interesse daran haben, die Scheine im Umlauf zu halten, werden sie abgelaufene Scheine kaum gegen Scheine mit voller Laufzeit eintauschen und neben anderen Vorteilen ist das der größte des Ablaufgeldes gegenüber dem von anderen Initiativen verwendeten Markengeld. Leute, die verlangen, einen Schein mit voller Laufzeit zu bekommen, deklarieren sich als potentielle Horter und gerade sie werden keinen solchen bekommen, meint Jost Reinert.


Jost Reinert hat aus den Fehlern anderer Initiativen gelernt und hat einiges verbessert. Diese regionalen Währungen sind zwar durch die Kaufkraftgarantie die ersten, die wirklich währen, aber sie sind auch Lernwährungen, die laufend verbessert werden. Konsumenten können auch direkt Rheingoldscheine gegen Euro eintauschen, aber das wird der kleinere Teil der Ausgabe sein. Es ist auch nicht notwendig, denn jeder Konsument bezieht ja auch ein Einkommen und früher oder später wird das auch teilweise aus Rheingold bestehen, sagt Jost Reinert.

von Hans Eisenkolb

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